Fronleichnam

Am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag begeht  die katholische Kirche  das Fest Fronleichnam oder Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ oder, wie in Bayern auch genannt „Prangertag“ Mit diesem Fest wird die Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie in den Mittelpunkt gestellt. Dieses Fest geht auf das Jahr 1202 zurück. Dort lebte in Lüttich ein kleines elternloses Mädchen. Diese wurde von Klosterschwestern aufgenommen und erzogen. Später trat sie in den Orden ein. Juliane von Lüttich war von der Eucharistie  in ihrem Herzen sehr davon  ergriffen. In einer Vision erkannte sie, dass es ein Fest zu Ehren der Eucharistie geben sollte. Zunächst gab es auch kritische Stimmen und ihre Idee fand nicht überall Zustimmung. Auf ihr  Drängen  hin, führte der Bischof von Lüttich 1246 erstmals ein Fest zur Ehren des Leibes Christi ein. 1264 schrieb Papst Urban IX. das Fest verbindlich für die ganze Kirche vor.

 

Auch die Pfarrei Gaindorf reihte sich heuer wieder in die Reihe der vielen Pfarreien ein, die durch Gottesdienst und Prozession das Fest der Mitte des Glaubens feierten. Abwechselnd wird dieses Fest in der Pfarrkirche Gaindorf oder in der Filialkirche Haarbach begangen. Zusammen mit dem liturgischen Dienst, den Erstkommunionkindern, den Fahnenabordnungen  und den Gottesdienstbesuchern zelebrierte Pfarrvikar Prosper Ngulu Ngulu in der schön geschmückten Pfarrkirche in Gaindorf den Festgottesdienst. Zu Beginn begrüßte der Geistliche alle Gläubigen, besonders die Vereine mit ihren Fahnenabordnungen. In seiner Predigt nahm der Geistliche auf die Perikope von der Speisung der Fünftausend Bezug und führte dabei aus, dass das heilige Brot mehr ist als nur eine Speise des Leibes, sondern  eine innige  Begegnung mit dem  lebenden Christus in Gestalt von Brot und Wein ist. Das Fest kann man also im Zusammenhang mit dem Geschehen am Gründonnerstag sehen. Dort schenkte sich Jesus den Jüngern in Brot und Wein. Dies geschieht in jedem Kommunionempfang.  Nach dem Gottesdienst stellten sich die Gläubigen zur Prozession auf. Das Wetter zeigte sich  von der besten Seite und  die Sonne sorgte für tropische Hitze, und machte vielen Gläubigen zu schaffen. Plätze im Schatten waren sehr begehrt.  Angeführt von Kreuz und Fahnenabordnungen der FFF Gaindorf, der KSK Gaindorf, der Landjugend  Gaindorf, dem Mütterverein Gaindorf, dem Kirchenchor , den Kommunionkindern , den Lichtträgern, den Himmelträgern ,Pfarrvikar Prosper mit Monstranz, gefolgt von Gläubigen  zog man betend und singend zu den 4 geschmückten Altären. Die Erstkommunionkinder in ihrer weißen Kleidung begleiteten das Allerheiligste. Pfarrvikar Prosper trug die Monstranz mit dem heiligen Brot unter dem „Himmel“ einem Baldachin  aus kostbarem Brokatstoff. Auf dem Weg zu den einzelnen Altären übernahmen abwechseln Frau Helga Leierseder, Herr Georg Manhart und Kirchenpfleger Reinhart Fleischmann das Amt des Lektors, der Lektorin und des Vorbeters, bzw. der Vorbeterin. An den vier Altären wurden neben den Evangelientexten, die sich auf dieses Fest bezogen auch Fürbitten für Menschen in besonderen Lebenssituationen, für die Gesellschaft, Für den Frieden und Für die Bewohner der Pfarrei gesprochen. Die jeweilige „Statio“  wurde durch den eucharistischen Segen beendet. Nasch den eucharistischen Segen am 4. Altar zog man in die Kirche ein. Dort beschloss man die Prozession mit dem Te Deum. Der Pfarrvikar bedankte sich bei allen, die mitgefeiert haben, besonders der Mesnerin Frau Helga Leierseder,  dem Kirchenchor  unter Leitung  von Frau Irmgard Blenninger  für die musikalische  Gestaltung des Gottesdienstes  und der Prozession und  der Feuerwehr für die Regelung des Strassenverkehrs.

 

____________________________________________

 

„Wer glaubt, ist nicht allein“ diese Aussage am  Anfang eines neueren Kirchenliedes hatte sich am vergangenen Donnerstag beim Fronleichnamsfest durchaus  bewahrheitet. Dieses Fest wird in Gegenden  mit überwiegend katholischer Bevölkerung gefeiert und ist somit ein rein katholischer Festtag. An dem „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ so die offizielle Bezeichnung ,feierten Stadtpfarrer Peter König und  Pater Peter Berger den Gottesdienst. In einem festlichen Einzug mit dem liturgischen Dienst und  vielen großen und kleinen Ministranten begann die Messe.   Zu Beginn begrüßte der Geistliche Mitglieder des Stadt- und Pfarrgemeinderats, alle  weltlichen und kirchlichen Vereine  mit ihren Fahnenabordnungen, die Erstkommunionkinder und die Gottesdienstbesucher aus der Pfarrei.  Eine kleine Maus, die sich in der Kirche verirrt hatte, erregte die Aufmerksamkeit aller. Sie einzufangen erwies sich als unmöglich und so war dieses kleine Tier auch eine Mitfeiernde beim Gottesdienst. Der Geistliche beruhigte doch mit dem Hinweis, dass diese kleine Maus gezähmt sei, keinen anfallen und beißen würde. Ausgehend von dem Demonstrationsrecht heute, in dem Menschen ihre Meinung für oder gegen Etwas öffentlich machten, leitete Stadtpfarrer Peter König  auf die Bedeutung der religiös motivierten Prozessionen über. Diese sind  im Gebet, in Gesängen, mit Kreuz, Fahnen Blumen und Kerzen Ausdruck des Glaubens. Leider waren in den letzten zwei Jahren die Fronleichnamsprozession Corona bedingt nicht möglich. Umso froher ist man, dieses Fest ohne  Einschränkungen zu feiern.  Fronleichnam ist mit dem Geschehen des Gründonnerstags eng verknüpft. Es greift das Abendmahlsgeschehen  mit den Wandlungsworten Jesu nochmals auf. Jesus ist  leibhaftig gegenwärtig im heiligen Brot, schenkt sich uns und geht mit uns  den Weg. Am Fronleichnamstag sollen Dank und Ehre gehören.  Die Verehrung des eucharistischen Brotes hat eine lange Tradition. Schon  im 13. Jahrhundert begann die Geschichte des Fronleichnamsfestes.  In  der Nähe der Stadt Lüttich  lebte ein Mädchen, dessen Eltern verstorben  waren. Sie fand in einem Kloster Aufnahme. Dort  kümmerte sich um die Tiere. Juliane lernte Latein und lernte lesen. Nach getaner Arbeit übersetzt sie den Dorfbewohnern und den Kindern die lateinischen Texte. Eine besondere Ergriffenheit zeigte sie  von der Anwesenheit Christi im heiligen Brot. Mit 14  Jahren bat sie um Aufnahme ins Kloster. In einer Vision sah sie   einen dunklen Fleck  auf der Mondscheibe  der ihr  das Fehlen  einer eigenen Feier zu Ehren der Eucharistie anzeigte.  Auf ihr  Drängen  hin, führte der Bischof von Lüttich 1246 erstmals ein Fest zur Ehren des Leibes Christi ein. 1264 schrieb Papst Urban IX. das Fest verbindlich für die ganze Kirche vor. Auch die Pfarrei Vilsbiburg sah sich dieses Auftrags verpflichtet. Nachdem das Wetter mitspielte,  formierte sich die Prozession durch die Stadt.  Angeführt von Ministranten mit Prozessionsfahnen und Kreuz,  zogen die Teilnehmer  betend und singend durch die Straßen Vilsbiburgs.  Während der ganzen  Prozession spielte der Musikverein die angesagten Lieder. Die Erstkommunionkinder in ihren weißen Gewändern  begleiteten das Allerheiligste. Die Monstranz wurde abwechselnd  von Stadtpfarrer Peter König  und Pater Berger unter dem „Himmel“ einem Baldachin aus kostbarem Brokatstoff  getragen. Die  Altäre errichteten die Familien Bauer und  Hussinger, das Caritas- Altenheim Dort  herrschte große Freude, als  Stadtpfarrer Petr König, zusammen mit den Kommunionkindern, “Gottes Liebe ist wie die Sonne“ sangen und mit  verschiedene Gesten unterstrichen. Dieses Lied passte auch natürlich auch zum sonnigen Wetter. Alle Altäre mit ihrem Blumenschmuck und den Blumenteppichen trugen zur würdigen Gestaltung des „Prangertags“ bei.  . Während  der Prozession übernahm Herr Priller die Aufgabe eines Lektors und Vorbeter. An den vier Altären und auf dem Prozessionsweg beteten die Gläubigen  für die Anliegen der Kirche, der Menschen  in den verschiedensten Lebenssituationen, für die Gesellschaft, für den Frieden und für die Stadt und ihre Bewohner. Die vier Evangelientexte vertieften den Sinn des Festes. Der  eucharistische Segen beendete die „statio“  Für die Sicherheit der Prozession sorgten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, Angehörige der Kolpingsfamilie waren für den reibungslosen  Ablauf der Prozession zuständig. Nach dem eucharistischen Segen am vierten Altar, zog man wieder in die Pfarrkirche. Dort bedankte sich Stadtpfarrer Peter König bei der Feuerwehr, der Kolpingsfamilie, den Fahnenabordnungen der Vereine , dem Kirchenchor unter der Leitung von Frau Voglgsang und allen, die an der Prozession teilnahmen. Wer dann noch Zeit hatte, war von den Ministranten zu „Prangertagswürstl“ und einer kühlen Radler-Halbe eingeladen. Dabei zeigten sie sich als gute Grillmeister und Gastgeber.

Monika Kaspar